von Prof. Dr. Max Otte

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist gelaufen. Die Politik in Paris, Brüssel und vielen anderen Hauptstädten atmet auf. Und auch die Börsen sind wieder im Aufwind.

Ein guter Anlass, um heute ein wenig über Börsenpsychologie zu sprechen.

Kaum wurde das französische Wahlergebnis offiziell verkündet, gab es die ersten Kommentare aus der Politik. Deutschlands Außenminister Gabriel fand das gute Abschneiden von Emmanuel Macron toll und ging davon aus, dass Macron die Stichwahl am 7. Mai für sich entscheiden wird. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ging sogar noch einen Schritt weiter und empfahl allen Franzosen ihre Stimme nicht der „Anti-Europäerin und Rassistin“ Marine Le Pen zu geben.

Und Europas Anleger gerieten am Montag in einen regelrechten Kaufrausch. Wichtige Indizes durchbrachen alte Rekordmarken und schlossen auf neuen HöchstständenZahlreiche Bankaktien legten um mehr als zehn Prozent zu. Papiere großer Industriekonzerne sind so teuer wie noch nie zuvor. Auch am Devisenmarkt wird gefeiert. Der Euro verteuerte sich und stieg auf den höchsten Stand seit fast sechs Monaten.

Hätte Marine Le Pen besser abgeschnitten, wären die Reaktionen an den Finanzmärkten mit Sicherheit etwas anders ausgefallen. Dennoch ist Europas Krise auch mit einem näher gerückten Wahsieg Macrons noch lange nicht beendet.

Aktien ordentlich wirtschaftender Unternehmen sind auch in schwierigen Zeiten das Mittel der Wahl. Denn starke Unternehmen haben in der Vergangenheit immer wieder handfeste Krisen gemeistert. Und ihnen wird dies auch in Zukunft gelingen.

Blicken wir einmal in die USA. An der Wall Street herrschte in den vergangenen Wochen ebenfalls Euphorie vor.

Am kommenden Samstag wird Donald Trump seinen 100. Tag als US-Präsident erleben. Traditionell wird nach 100 Tagen gerne untersucht, welche seiner Wahlversprechen der Amtsträger bis dahin umsetzen oder zumindest auf den Weg bringen konnte.

Mit Obamacare ist Donald Trump sicherlich auf die Nase gefallen. Auch seine Einreiseverbote gegen zahlreiche muslimische Länder werden kritisch beäugt. Und außenpolitisch fährt er mittlerweile einen gefährlichen Konfrontationskurs. Seine wirklichen Ziele kann ich, ehrlich gesagt, kaum erkennen. Mit einer Steuerreform soll nun aber der große Befreiungsschlag kommen.

Am gestrigen Mittwoch stellte Trump seine Pläne vor. Die Unternehmenssteuern will er von aktuell 35 auf 15 Prozent senken. Damit würde er selbst Steuerparadiesen wie Irland, Liechtenstein und Zypern Konkurrenz machen. Auch die Einkommenssteuer soll sinken – von aktuell rund 39 auf 33 Prozent. Die Erbschaftssteuer soll komplett fallen.

All dies wären noch drastischere Steuererleichterungen als unter Ronald Reagan in den 80er Jahren. Ohnehin orientiert sich Trumps Wirtschaftspolitik in vielen Teilen an der damaligen Politik Reagans.

Angesichts der Steuerreform und angekündigten Deregulierungsmaßnahmen sind Hoffnung und Euphorie groß an der Wall Street. Der Dow Jones markierte Anfang März den höchsten Stand aller Zeiten bei 21.169 Punkten. Ich und mein Team haben in den letzten Wochen immer gern vom „Trump Jump“ gesprochen. Die Chancen, aber auch die Risiken haben wir im Börsenbrief Der Privatinvestor und auch in diesem Newsletter mehrfach angesprochen.

Die aktuelle Euphorie an den Börsen erinnert uns, liebe Leser, an ein altes Börsensprichwort: „Buy the rumors and sell the facts.“

Dieses kleine Bonmot sagt nichts anderes, als dass Hoffnungen die Kurse nach oben treiben. Wenn dann aber nach der Euphorie die nüchternen Zahlen auf dem Tisch liegen, wird schnell verkauft.

Auf die heutige Situation gemünzt, bedeutet dies:

Die von Trump geplanten Steuersenkungen könnten die US-Wirtschaft womöglich doch nicht in dem erhofften Maße ankurbeln. Denn diese läuft, aufgrund der exzessiven Schuldenpolitik, bereits seit Jahren am Limit. Zudem haben wir es aktuell mit einer gefährlichen Mischung aus weltweitem Terror, Kriegen und politischer Instabilität zu tun. Daher könnte schon bald Ernüchterung eintreten.

Ich sehe Aktien guter Unternehmen auch heute als ideales Investment. Doch wir Anelger müssen unsere Emotionen beherrschen. Wir dürfen uns nicht von Euphoriewellen treiben lassen. Wir dürfen nicht allein auf Hoffnung bauen. Politische Entwicklungen dürfen nicht unseren rationalen Blick für die Zahlen und Fakten trüben.

Emotionen sind für das menschliche Miteinander existenziell wichtig. Sie sind aber auch der Auslöser vielerlei Fehlentscheidungen – vor allem in Geldangelegenheiten.

Erfolgreiche Investoren, wie beispielsweise Warren Buffettt, verdanken ihre außerordentlichen Renditen wesentlich ihrer Fähigkeit, Kapitalmärkte rein rational zu betrachten. Warren Buffett interessiert sich wenig für aktuelle Kursbewegungen. Er denkt wenig an den Kurswert seiner Aktien, denn er erkennt in ihnen vor allem Anteile an echten Unternehmen. Diese Anteile würde er auch erwerben, wenn sie nicht an der Börse gehandelt würden.


Ich denke nicht darüber nach, ob ein Markt nach oben oder nach unten geht. Ich kümmere mich nur darum, ob ich ein Unternehmen zu einem akzeptablen Preis kaufen kann. Ich sehe mich nicht als Teil eines Bullenmarkts, sondern als Teilhaber an wunderbaren Firmen. Ich muss zu einem Preis kaufen, der mich glücklich macht.
– Warren Buffett –


Vielen Anlegern gelingt dies leider nicht. Viel zu oft folgen sie ihrem Herdentrieb und gehorchen zu sehr ihrem Bauchgefühl. Auch manche Profis sind nicht davor gefeit, in hektischen Börsenzeiten herbe, emotional provozierte Fehler zu machen.

Mit den Ökonomen Joseph Schumpeter und John Maynard Keynes teile ich die Ansicht, dass irrationale Beweggründe und Verhaltensweisen sehr oft Auslöser für Kursbewegungen an den Märkten sind.


In der Börsenpsychologie unterscheidet man allgemein 5 Phasen einer entsprechenden Wellenbewegung:

- Es beginnt mit einer stabilen Situation nach einem starken Kurseinbruch, in der die ersten mutigen Anleger wieder langsam einsteigen.

- Darauf folgt die Phase des Aufschwungs, in der sich die allgemeine Stimmung wieder ins Positive kehrt und ein verhaltener Optimismus bemerkbar wird, auch wenn so manche schlechte Nachricht noch den Markt belastet.

- In der dritten Phase steigert sich der leichte Optimismus in deutliche Zuversicht und zunehmend erfreulichere Wirtschaftsnachrichten bestärken die Anleger.

- In der vierten Phase der ungebremsten Euphorie beherrscht die pure Gier die Börsen und erste Warnungen werden ignoriert.

- Darauf folgt unweigerlich der Crash. Die Stimmung schlägt schlagartig um, Anleger verkaufen um jeden Preis und die Pessimisten haben Oberwasser.

Ich sehe mich keineswegs als Crash-Prophet, als der ich in den letzten Jahren so oft beschrieben wurde. Kurz nach der Finanzkrise 2008/09 fühlte ich mich wie ein Kind mit viel Taschengeld und wenig Aufsicht im Süßwarenladen. Auch damals herrschte wieder Verkaufspanik. Ich und die Leser meines Börsenbriefes Der Privatinvestor konnten in viele hervorragende Unternehmen zu sehr günstigen Preisen einsteigen. 
Doch um solche hektischen Situationen zu meistern, sind starke Nerven unverzichtbar.

Für Ihren Erfolg an der Börse, liebe Leser, sollten Sie während einer Euphoriewelle vor allem diese 3 Regeln befolgen:

1. Glauben Sie nicht alles, was Sie lesen. Hinterfragen Sie jede Werbung und Prognose sehr kritisch.

2. Kaufen Sie eine Aktie nur dann, wenn Sie auch das Geschäftsmodell des Unternehmens verstehen und seine Produkte kennen.

3. Koppeln Sie sich ganz bewusst vom Herdentrieb ab. Seien Sie vor allem dann vorsichtig, wenn Sie eine Aktie nur dann interessiert, weil Freunde oder der Stammtisch Ihnen dazu geraten haben. Auch Ihr Bauchgefühl ist in Sachen Geld ein sehr schlechter Ratgeber.

Eine erfolgreiche Aktienstrategie basiert immer und überall auf einer durchdachten Fundamentanalyse. Nur wenn Sie, liebe Leser, die Zahlen des Unternehmens genau kennen und richtig bewerten, können Sie auch unterbewertete Aktien entdecken.

Doch dazu sind Fachwissen und Zeit nötig.

Mein Team und ich bieten Ihnen beides. Wir betreiben die Geldanlange am Aktienmarkt professionell. Wir können sehr viel Zeit und Expertise darauf verwenden, Unternehmen detailliert zu analysieren und genau heraus zu finden, ob eine Aktie günstig genug für einen Einstieg ist. Dies ermöglicht es uns, den Lesern von Der Privatinvestor, stets die besten Aktien herausragender Unternehmen zu empfehlen.

Ich würde mich sehr freuen, auch Sie als Leser begrüßen zu dürfen. Entscheiden Sie sich heute für 4 kostenlose Ausgaben von Der Privatinvestor. Damit sind keinerlei Abo oder sonstige Verpflichtungen verbunden. Testen Sie einfach hier unsere Arbeit und sagen Sie uns Ihre Meinung dazu!

Auf gute Investments,

Ihr





Max Otte